Monat: Oktober 2025

  • AKTIVRENTE – DAS STEUERGESCHENK FÜR DIE FALSCHEN?

    Zum Vorlesen:

    Ein Beitrag von

    Werner Hoffmann

    Wenn Gerechtigkeit zum Steuerschlupfloch wird

    Die sogenannte Aktivrente wird politisch als Erfolg verkauft – als modernes Modell, das älteren Menschen ermöglichen soll, aktiv zu bleiben und steuerlich entlastet zu werden. Doch hinter der glänzenden Fassade steckt ein System, das weniger soziale Gerechtigkeit schafft, sondern vielmehr steuerliche Ungleichheit und Missbrauchsmöglichkeiten.

    Wie das Modell funktioniert – und wer davon profitiert

    Nach aktueller Regelung dürfen Rentnerinnen und Rentner bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Ein Betrag, der im politischen Diskurs als sozialer Ausgleich gilt – tatsächlich aber zum Instrument familiärer Steueroptimierung werden kann.

    Denn viele Selbstständige stellen kurzerhand ihre eigenen Eltern im Betrieb an – oft mit vagen Aufgaben wie „Bürohilfe“ oder „Beratung“. Der Effekt: Die Eltern erhalten 2.000 Euro steuerfrei pro Monat, während der Betrieb die Zahlung als Betriebsausgabe absetzt (Eltern: 2 × 2.000 × 12 Monate = 48.000 €).

    Und der Clou: Die Eltern helfen zusätzlich als Kreditgeber aus

    Noch spannender wird es, wenn ein Steuerberater die Gestaltung optimiert. Dann verleihen die Eltern das so erhaltene Geld gleich wieder an den Betrieb ihres Sohnes oder der Tochter – als sogenannten Firmenkredit.

    Beispiel: Zwei Elternteile erhalten zusammen 2 × 2.000 Euro im Monat = 48.000 Euro pro Jahr steuerfrei. Dieses Geld kann anschließend als verzinster Kredit an die Firma zurückfließen.

    Ein Zins von etwa 3 % gilt als „marktüblich“ – das sind weitere 1.440 Euro Zinseinnahmen jährlich. So kann der Betrieb die Zinsen auch noch absetzen, und der Zins von 1.440 Euro muss als Zinseinnahmen bei den Eltern nur mit 25 % Kapitalertragsteuer versteuert werden.

    Benachteiligung der echten Selbstständigen – verfassungsrechtlich fragwürdig

    Während Angestellte und ihre Familien dank Aktivrente steuerfreie Gestaltungsspielräume nutzen können, bleiben echte Selbstständige ohne Angestelltenverhältnis außen vor.

    Ein Selbstständiger darf keine 2.000 Euro steuerfrei im Monat verdienen – jede Einnahme wird versteuert, jede Arbeitsstunde zählt.

    Diese ungleiche steuerliche Behandlung ist nicht nur ökonomisch unfair, sondern könnte auch verfassungsrechtlich problematisch sein. Das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes verlangt, dass wesentlich gleiche Sachverhalte auch steuerlich gleich behandelt werden. Doch genau das passiert hier nicht.

    Missbrauch statt Fairness – Politik mit Schlagseite

    Was als Sozialreform verkauft wird, begünstigt in Wahrheit nur jene, die sich eine gute steuerliche Beratung leisten können.

    Die CDU/CSU, die dieses Modell mit Nachdruck unterstützt, öffnet damit Missbrauch Tür und Tor – und schwächt zugleich das Vertrauen in die Steuergerechtigkeit.

    Während ehrliche Selbstständige weiterhin jeden Euro versteuern müssen, entsteht für Familienbetriebe eine steuerfreie Parallelwelt – finanziert vom Rest der Steuerzahler.

    Resümee

    Die Aktivrente ist kein Schritt in Richtung Fairness, sondern ein Schritt in Richtung steuerlicher Ungleichheit.

    Ein System, das es ermöglicht, Einkommen steuerfrei umzuleiten und Kapital im Familienkreis zu parken, ist kein sozialpolitischer Fortschritt – sondern eine Einladung zum Missbrauch.

    #Aktivrente #Steuergerechtigkeit #CDU #CSU #Selbstständige #Deutschland #Missbrauch

  • Deutschland steuert in die Renten-Katastrophe – und die Politik schaut zu

    Deutschland steuert in die Renten-Katastrophe – und die Politik schaut zu

    Ein Beitrag von

    Werner Hoffmann, Rentenexperte –
    www.Renten-Experte.de

    Eine Umfrage öffnet mir die Augen

    Heute bin ich auf eine Meinungsumfrage bei web.de gestoßen.

    Persönlich habe ich keine Angst vor Altersarmut.

    „Dann ist ja alles gut“, könnte man meinen.

    Weit gefehlt.

    Denn wenn

    • 60 Prozent aller Rentner eine gesetzliche Rente (inkl. Betriebsrente),
    • und 40 Prozent aller Rentner eine gesamte Altersversorgung inklusive Betriebsrente

    von 1.600 Euro Brutto erhalten, dann hat das auch Auswirkungen auf mich und mein Umfeld.

    Rechenbeispiel der Realität

    1.600 Euro Bruttorente bedeutet, dass – selbst ohne Steuern – ein Kranken- und Pflegepflichtbeitrag von rund 200 Euro noch abgezogen wird.

    Die Nettorente liegt dann bei 1.400 Euro.

    Als Demokrat gehen bei mir hier alle Alarmzeichen an.

    Werner Hoffmann,
    – Demokratie der Mitte, weil Extremflügel das Land zerstören –

    ——

    Die Miete frisst die Rente

    Nicht zu vergessen:

    Laut Deutschem Mieterbund leben etwa 53 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zur Miete.

    Wer 1.400 Euro Nettorente hat und dann noch 700 bis 1.000 Euro Miete stemmen muss, ist ein Sozialfall.

    Sozialfall bedeutet, dass der Staat – also alle Steuerzahler – hierfür Steuern bezahlen müssen.

    Der Staat ist nämlich nicht irgend ein anonymes Wesen, sondern das sind wir alle!

    Und wenn Rentner zu wenig Rente bekommen, dann liegt dies oft auch daran, dass: vielleicht die einzelnen Versicherten zu wenig eingezahlt hatten.

    Beispiele:

    1. Selbstständige,

    2. Unternehmer,

    3. Mindestlohntätigkeit

    4. Teilzeittätigkeiten

    Bei 1. und 2. ist es aus meiner Sicht unabdingbar, dass eine Pflichtversicherung dringend notwendig ist. Erst wenn eine Mindestentgeltpunktzahl von 50 Entgeltpunkte erreicht ist, sollte eine Befreiung möglich sein.

    Bei der Gruppe 3 muss der Mindestlohn auf mindestens 16 Euro angehoben werden. Grund für die zu geringe Rente ist hier nämlich die schlechte Bezahlung, die dann dazu führt, dass im Rentenalter die Sozialhilfe einspringen muss.

    Der heutige Arbeitgeber, der unter 16 Euro Stundenlohn bezahlt, macht seine Gewinne zu Lasten aller späteren Steuerzahler.

    ——

    Meine persönliche Situation

    Fürchte ich mich persönlich vor Altersarmut?

    Nein.

    Meine gesetzliche Rente zuzüglich Betriebsrente sind auf dem Netto-Niveau eines Oberstaatsanwalts (vergleichbar mit R2).

    Das ist etwas Besonderes, das damit zusammenhängt, dass ich bis auf die Ausbildungszeit immer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient habe.

    Meine Betriebsrente wird zudem etwa 50 Prozent höher liegen, als wenn ich heute jung wäre und erst in 40 Jahren in Rente gehen würde.

    ——

    Was mir viel größere Sorgen macht

    Wenn rund 40 Prozent der Rentner eine Rente unter 1.400 Euro Netto und keine Betriebsrente haben, dann sind soziale Unruhen kaum zu vermeiden.

    Und genau das ist die größte Gefahr:

    Dass ich meine Rente in Deutschland nicht in einer Demokratie genießen kann.

    ——

    Forderung an die Politik

    Genau deshalb bin ich der Auffassung, dass die Menschen der unteren Mittelschicht – also Rentner mit weniger als 1.400 Euro Netto (1.600 Brutto, Steuern noch nicht berücksichtigt) –

    eine höhere Altersversorgung brauchen.

    —-

    Genau aus diesen Gründen wäre es sinnvoll, die Steuerbereiche anzupassen:

    • Erbschaftsteuer anpassen,
    • Vermögensteuer wieder einführen,
    • Kapitalertragssteuer erhöhen.

    Mit welchem Recht ist es zu vereinbaren, dass Einkünfte aus

    – Arbeit, Arbeitnehmereinkünfte, Selbstständige oder

    – Mieteinkünfte bis zu 45 Prozent besteuert werden,

    während Einkünfte aus

    – Zinsen (Kapitalertragsteuer)

    oberhalb des Freibetrages nur mit 25 Prozent besteuert werden?

    —-

    Auch wenn ich mit diesen Punkten mir selbst schade,

    es ist langfristig wichtig, dass wir im Sinne der Demokratie und des Friedens hier alle eine langfristige Denke entwickeln.

    #Altersarmut
    #Rente
    #SozialeGerechtigkeit
    #Demokratie
    #Vermögenssteuer