Viele Menschen wenden sich bei Rentenfragen an die Deutsche Rentenversicherung oder an die Versicherungsämter ihrer Städte und Gemeinden. Diese Stellen leisten wichtige Arbeit, insbesondere bei Auskünften und der Aufnahme von Rentenanträgen.
Was viele jedoch nicht wissen: Zwischen diesen Stellen und einem unabhängigen Rentenberater (RDG) bestehen erhebliche Unterschiede.
Versicherungsämter und die Deutsche Rentenversicherung unterstützen bei der Antragstellung und erläutern die gesetzlichen Regelungen. Ihre Aufgabe ist jedoch nicht die individuelle Interessenvertretung des Versicherten.
Ein unabhängiger Rentenberater nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) handelt dagegen ausschließlich im Interesse seines Mandanten. Er prüft nicht nur die rechtlichen Voraussetzungen, sondern entwickelt auch individuelle Lösungs- und Gestaltungsstrategien.
Gerade in den Regionen Stuttgart, Ludwigsburg, Böblingen, Leonberg und Ditzingen steigt der Beratungsbedarf. Die Rentenregelungen werden immer komplexer, und Fehlentscheidungen können erhebliche finanzielle Folgen haben.
Besonders wichtig ist die strategische Rentenplanung. Bei Ehepaaren kann beispielsweise die Frage entscheidend sein, wann welcher Ehepartner die Altersrente beantragt. Unterschiedliche Rentenhöhen, steuerliche Auswirkungen und mögliche Hinterbliebenenansprüche sollten dabei gemeinsam betrachtet werden.
Von großer Bedeutung ist auch die frühzeitige Beratung bei einer geplanten Erwerbsminderungsrente. Viele Betroffene stellen den Antrag erst dann, wenn gesundheitliche Probleme bereits stark fortgeschritten sind.
Dabei können wichtige Voraussetzungen oft schon lange vorher geprüft und vorbereitet werden. Hierzu gehören insbesondere die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen, medizinische Unterlagen und die richtige Strategie für das gesamte Verfahren.
Wer lediglich einen Antrag stellt, erlebt leider nicht selten ein böses Erwachen, wenn der Antrag später abgelehnt wird.
Ein unabhängiger Rentenberater begleitet Mandanten außerdem bei Kontenklärungen, Widersprüchen, Klagen vor Sozialgerichten, Versorgungsausgleichen und anderen rentenrechtlichen Fragestellungen.
Die gesetzliche Rente ist für die meisten Menschen die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Unabhängiger Rentenberater Werner Hoffmann.
Smartphone/whatsAPP:
0177 27 166 97
Nicht die Antragstellung allein entscheidet über den Erfolg – sondern häufig die richtige Strategie lange vor dem Antrag.
Werner Hoffmann. – Rentenberater (RDG). – www.Renten-experte.de
—
Die Witwen- und Witwerrente gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Millionen Menschen verlassen sich darauf, dass nach dem Tod des Ehepartners zumindest ein Teil des bisherigen Einkommens abgesichert bleibt.
Doch nun sorgt ein Vorschlag der Rentenkommission für Diskussionen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die klassische Witwenrente künftig durch ein verpflichtendes Rentensplitting ersetzt werden soll.
Bereits heute gibt es das sogenannte Rentensplitting. Ehepartner können freiwillig vereinbaren, dass die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche zwischen beiden Partnern hälftig aufgeteilt werden. Wer sich dafür entscheidet, verliert allerdings den Anspruch auf eine spätere Witwen- oder Witwerrente. Genau deshalb wird dieses Modell bislang kaum genutzt. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung entschieden sich im Jahr 2024 lediglich 111 Paare für dieses Verfahren.
Die Rentenkommission diskutiert nun, ob ein solches Splitting künftig verpflichtend werden könnte. Ziel wäre es, die während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften von Anfang an gleichmäßiger zwischen den Ehepartnern zu verteilen. Besonders Personen, die wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit reduziert haben, würden dadurch eigene höhere Rentenansprüche erwerben.
Kritiker weisen jedoch auf erhebliche Nachteile hin. Während heute nach dem Tod eines Ehepartners häufig eine große Witwenrente gezahlt wird, würde diese Leistung bei einem verpflichtenden Rentensplitting entfallen. Für viele Hinterbliebene könnte dies im Todesfall zu deutlich geringeren monatlichen Einnahmen führen.
Besonders betroffen wären Ehepaare mit einer klassischen Rollenverteilung, bei denen ein Partner deutlich höhere Rentenansprüche aufgebaut hat als der andere. Gerade ältere Ehepaare haben ihre Lebensplanung oft auf die bestehenden Regelungen zur Hinterbliebenenversorgung abgestimmt.
Befürworter argumentieren dagegen, dass das Rentensplitting besser zu modernen Erwerbsbiografien passe und die eigenständige Alterssicherung stärke. Zudem werde die finanzielle Abhängigkeit eines Ehepartners vom anderen reduziert.
Fest steht allerdings: Derzeit handelt es sich lediglich um einen Diskussionsvorschlag. Weder bestehende Witwen- und Witwerrenten noch bereits erworbene Ansprüche stehen aktuell zur Disposition. In der politischen Debatte wird regelmäßig ein umfassender Vertrauensschutz für bestehende Rentenansprüche gefordert.
Die Diskussion zeigt jedoch, wie sensibel Veränderungen bei der Hinterbliebenenversorgung sind. Für Millionen Rentnerinnen und Rentner geht es nicht um eine theoretische Reform, sondern um die Frage, wie die finanzielle Absicherung nach dem Tod eines Partners künftig aussehen soll.
Aus meiner Sicht wird bei der Debatte häufig übersehen, dass die Witwenrente für viele ältere Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer finanziellen Planung ist. Wer Veränderungen an diesem System vornehmen möchte, muss deshalb die sozialen Folgen sehr sorgfältig prüfen.
Seit Jahren wird behauptet, die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) sei nicht mehr zukunftsfähig.
Immer wieder wird das Umlageverfahren als Auslaufmodell dargestellt und stattdessen eine stärkere private Altersvorsorge gefordert. Doch bei genauer Betrachtung stellt sich die Frage:
Geht es wirklich um die Zukunft der Rente – oder auch um wirtschaftliche Interessen?
Der größte Geldtopf Deutschlands
Die gesetzliche Rentenversicherung bewegt jedes Jahr mehrere hundert Milliarden Euro. Damit gehört sie zu den größten Finanzströmen Deutschlands. Genau dieser gewaltige „Kuchen“ weckt Begehrlichkeiten.
Würden große Teile der Altersvorsorge privatisiert, würden enorme Geldsummen in Versicherungen, Investmentfonds und andere Finanzprodukte fließen. Für Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter wäre dies ein gigantischer Markt. Deshalb verwundert es nicht, dass gerade wirtschaftsliberale (= ein anderes Wort für neoliberale) Kreise immer wieder die Schwächen der gesetzlichen Rentenversicherung betonen und private Lösungen bevorzugen.
Gerne würde die Finanzwirtschaft einen möglichst großen Teil dieses Kapitalstroms an sich ziehen. Deshalb wird das Umlageverfahren seit Jahren immer wieder als angeblich überholt oder nicht mehr finanzierbar dargestellt.
Das Umlageverfahren ist nicht das Problem
Dabei funktioniert das Grundprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung seit Jahrzehnten:
Die heute Beschäftigten finanzieren mit ihren Beiträgen die Renten der heutigen Rentner. Später finanzieren die nachfolgenden Generationen die Renten der heutigen Beitragszahler.
Das Problem liegt nicht im Umlageverfahren selbst. Vielmehr wird die Rentenversicherung durch politische Entscheidungen zusätzlich belastet.
Versicherungsfremde Leistungen belasten die Rentenkasse
Seit Jahrzehnten übernimmt die Rentenversicherung Aufgaben, die eigentlich gesamtgesellschaftlicher Natur sind. Dazu zählen verschiedene versicherungsfremde Leistungen, die nicht unmittelbar auf eingezahlten Beiträgen beruhen.
Die Zuschüsse gleichen die tatsächlichen Kosten nicht aus. Es entstehen Finanzierungslücken von derzeit jährlich über 40 Milliarden Euro, die anschließend häufig dem Umlageverfahren angelastet werden.
Bezahlt werden müssen diese Mehrleistungen letztlich von der gesamten Versichertengemeinschaft. Dabei waren diese zusätzlichen Belastungen bei der Einführung des Umlageverfahrens ursprünglich nicht eingeplant. Statt die politische Ursache der Finanzierungslücke zu benennen, wird häufig der Eindruck erweckt, das Umlageverfahren selbst sei das Problem.
Die Vorteile des Umlageverfahrens
Das Umlageverfahren besitzt mehrere Stärken, die in der öffentlichen Diskussion oft unterschätzt werden.
Inflationsschutz: Da die Finanzierung auf den laufenden Löhnen basiert, wachsen die Einnahmen langfristig mit der Lohnentwicklung. Reine Kapitalanlagen können dagegen durch Inflation erheblich an Wert verlieren.
Die Wiedervereinigung: Ohne das Umlageverfahren wäre die deutsche Wiedervereinigung kaum finanzierbar gewesen. Die Renten der ehemaligen DDR-Rentner konnten unmittelbar in das gesamtdeutsche System integriert werden, obwohl keine ausreichenden Kapitalreserven vorhanden waren.
Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg: Das heutige Umlageverfahren wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Die Kapitalbestände vieler Menschen waren durch Krieg, Inflation und Währungsreformen weitgehend vernichtet worden. Das Umlageverfahren sollte die Altersversorgung unabhängiger von solchen Vermögensverlusten machen.
Die gesetzliche Rentenversicherung ist mehr als nur Altersrente
In der öffentlichen Diskussion wird häufig übersehen, dass die gesetzliche Rentenversicherung weit mehr leistet als die Zahlung von Altersrenten.
Sie finanziert auch Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation, Renten wegen Erwerbsminderung sowie – wenn auch in begrenztem Umfang – Hinterbliebenenrenten für Witwen, Witwer und Waisen.
Gerade dieser Aspekt wird bei Vergleichen mit privaten Kapitaldeckungssystemen oft ausgeblendet. Die gesetzliche Rentenversicherung ist nicht nur ein Sparsystem für das Alter, sondern zugleich ein umfassendes Sozialversicherungssystem.
Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der Versicherten die Altersrente gar nicht selbst erreicht. Schätzungen zufolge erreichen rund 35 bis 40 Prozent der Beitragszahler das reguläre Rentenalter nicht oder können ihre Altersrente nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum beziehen.
Private Kapitaldeckungssysteme konzentrieren sich dagegen überwiegend auf die spätere Altersrente. Dadurch kann ein größerer Anteil der Beiträge unmittelbar dem Kapitalaufbau dienen. Allerdings fehlen dann oftmals vergleichbare Leistungen bei Erwerbsminderung, Rehabilitation oder für Hinterbliebene, sofern diese nicht zusätzlich und meist kostenpflichtig abgesichert werden.
Aus sozialpolitischer Sicht ist deshalb umstritten, ob die Beiträge der Versicherten ausschließlich für die spätere Altersversorgung verwendet werden sollen oder ob sie – wie im System der gesetzlichen Rentenversicherung – auch zur Absicherung von Erwerbsminderung, Rehabilitation und Hinterbliebenen dienen sollen. Genau diese Solidarleistungen gehören zu den wesentlichen Merkmalen der gesetzlichen Rentenversicherung und werden in vielen Vergleichen mit privaten Vorsorgemodellen nur unzureichend berücksichtigt.
Ein Blick ins europäische Ausland
Wer andere europäische Länder betrachtet, erkennt schnell, dass Deutschland keineswegs den einzigen Weg geht.
In vielen Staaten werden nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige, Freiberufler und Beamte in die staatliche Altersvorsorge einbezogen. Dadurch verteilt sich die Finanzierung auf deutlich mehr Schultern.
Zudem existieren in verschiedenen Ländern keine oder deutlich höhere Beitragsbemessungsgrenzen. Auch sehr hohe Einkommen werden dort stärker zur Finanzierung herangezogen. In manchen Ländern zahlen deshalb sogar Multimillionäre Beiträge in die gesetzliche Altersvorsorge ein.
Gleichzeitig sind die späteren Rentenleistungen oft begrenzt. Wer hohe Einkommen erzielt, zahlt also mehr ein, erhält aber nicht automatisch eine unbegrenzt steigende Rente.
Besonders interessant ist die Schweiz. Dort werden bei Nichterwerbstätigen Vermögen und andere Einkünfte zur Berechnung der Beiträge zur Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) herangezogen. Dadurch beteiligen sich auch vermögende Personen stärker an der Finanzierung des Systems.
Umlageverfahren oder Kapitaldeckung? Die Mischung macht es
Weder das Umlageverfahren noch das Kapitaldeckungsverfahren sind allein die perfekte Lösung.
Das Umlageverfahren bietet Solidarität, Inflationsschutz und gesellschaftliche Stabilität. Kapitalgedeckte Systeme können zusätzliche Renditechancen eröffnen und die Finanzierung breiter aufstellen.
Die sinnvollste Lösung besteht deshalb nicht in der Abschaffung der gesetzlichen Rente, sondern in einer klugen Kombination beider Systeme. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Erst ihr Zusammenspiel schafft langfristige Stabilität.
Die gesetzliche Rentenversicherung arbeitet besonders effizient
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen:
Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Rentenversicherung liegen bei lediglich etwa 1 bis 1,5 Prozent. Damit gehört sie zu den kostengünstigsten Alterssicherungssystemen überhaupt.
Mit diesen niedrigen Kosten kann die private Finanzwirtschaft kaum mithalten. Private Versicherungsprodukte verursachen häufig deutlich höhere Verwaltungs-, Vertriebs- und Abschlusskosten. Diese Kosten schmälern letztlich die Rendite der Versicherten.
Resümee
Die häufige Behauptung, das Umlageverfahren sei die Ursache der Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung, greift zu kurz.
Nicht das Umlageverfahren ist das eigentliche Problem. Die entscheidenden Fragen sind vielmehr, wer zur Finanzierung herangezogen wird und welche Leistungen der Rentenversicherung politisch übertragen werden.
Deutschland verzichtet im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern auf erhebliche Beitragseinnahmen, weil Beamte, viele Selbstständige und Angehörige freier Berufe nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen sind. Gleichzeitig belasten versicherungsfremde Leistungen die Rentenkasse zusätzlich.
Wer die Zukunft der gesetzlichen Rente sichern will, sollte deshalb nicht zuerst das Umlageverfahren infrage stellen. Sinnvoller wäre eine breitere Finanzierungsbasis, die Einbeziehung weiterer Bevölkerungsgruppen sowie die vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln.
Die Erfahrungen vieler europäischer Länder zeigen: Eine starke gesetzliche Rentenversicherung kann langfristig erfolgreich sein.
Nicht das Umlageverfahren ist das Problem – sondern die politische Ausgestaltung der Beitragserhebung und die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen.
Über den Autor
Unabhängiger Rentenberater Werner Hoffmann
Werner Hoffmann beschäftigt sich seit mehr als 45 Jahren mit den verschiedenen Systemen der Altersvorsorge. Dabei kennt er die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersversorgung sowie die private Altersvorsorge nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus der praktischen Beratung und Begleitung von Versicherten, Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Rentnern.
Seine langjährige Erfahrung aus Beratung, Weiterbildung und Praxis ermöglicht ihm einen systemübergreifenden Blick auf die Stärken und Schwächen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge.
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) schlägt Alarm:
Bereits ab 2027 könnten Millionen Arbeitnehmer und Arbeitgeber stärker belastet werden. Hintergrund sind Pläne der Bundesregierung, die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung um rund vier Milliarden Euro zu kürzen.
Nach Angaben der DRV würde dies dazu führen, dass der Rentenbeitrag bereits 2027 von derzeit 18,6 Prozent auf 18,8 Prozent steigen müsste. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssten die zusätzlichen Kosten jeweils zur Hälfte tragen. Für Beschäftigte bedeutet das weniger Netto vom Brutto, für Unternehmen höhere Lohnkosten.
Warum die Rentenversicherung protestiert
Die Deutsche Rentenversicherung verweist darauf, dass sie zahlreiche Leistungen finanziert, für die niemals Beiträge eingezahlt wurden. Dazu gehören unter anderem Kindererziehungszeiten sowie weitere politisch beschlossene Leistungen.
DRV-Vorstandsvorsitzender Alexander Gunkel kritisiert deshalb die Kürzungspläne deutlich. Wenn der Bund seine Zuschüsse reduziert, müssten die fehlenden Milliarden letztlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern über höhere Beiträge aufgebracht werden. Die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben dürfe nicht zulasten der Beitragszahler erfolgen.
Die eigentliche Debatte wird oft verschwiegen
Seit Jahrzehnten werden der gesetzlichen Rentenversicherung sogenannte versicherungsfremde Leistungen übertragen. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die gesellschaftspolitisch gewollt sind, aber nicht durch die Beiträge der Versicherten verursacht wurden.
Wer solche Leistungen beschließt, muss sie eigentlich vollständig aus Steuermitteln finanzieren. Geschieht dies nicht oder nur teilweise, entsteht schnell der Eindruck, die Rentenversicherung habe ein grundsätzliches Finanzierungsproblem.
Genau an diesem Punkt setzen viele neoliberale (= wirtschaftsliberale) Gruppen an. Sie nutzen die durch politische Entscheidungen verursachten Finanzierungslücken häufig als Beleg dafür, dass das Umlageverfahren angeblich nicht mehr tragfähig sei.
Dabei wird jedoch oft übersehen, dass ein erheblicher Teil der Belastungen nicht aus den eigentlichen Rentenansprüchen der Beitragszahler entsteht, sondern aus politischen Zusatzaufgaben, die der Rentenversicherung übertragen wurden.
Die entscheidende Frage
Die aktuelle Diskussion zeigt deshalb, dass nicht nur über Beitragssätze gesprochen werden darf. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Aufgaben die gesetzliche Rentenversicherung finanzieren soll und wer dafür aufkommt.
Wenn der Staat gesamtgesellschaftliche Leistungen beschließt, sollte er diese auch vollständig aus Steuermitteln finanzieren. Andernfalls drohen höhere Beiträge und eine weitere Verschärfung der Debatte über die Zukunft der gesetzlichen Rente.