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Werner Hoffmann, Rentenberater
Die Riester-Rente galt lange als wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge in Deutschland. Doch immer mehr Menschen stellen sich die Frage: Lohnt sich das überhaupt noch – oder sollte man kündigen?

Die Antwort ist nicht pauschal. Denn eine Kündigung kann im Einzelfall sinnvoll sein, sie kann aber auch ein erheblicher finanzieller Fehler werden.
Wer einen Riester-Vertrag kündigt, muss in der Regel erhaltene Zulagen und steuerliche Vorteile zurückzahlen. Genau das übersehen viele. Am Ende bleibt deshalb oft deutlich weniger übrig, als ursprünglich erwartet wurde.

Wann eine Kündigung überhaupt sinnvoll sein kann
Eine Kündigung kann ausnahmsweise sinnvoll sein, wenn ein Vertrag sehr hohe Kosten verursacht, kaum Rendite bringt, nur wenig gefördert wurde oder sich die persönliche Lebenssituation stark verändert hat. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn jemand nicht mehr unmittelbar förderberechtigt ist oder der Vertrag insgesamt wirtschaftlich kaum noch Sinn ergibt.
Trotzdem gilt: Eine Kündigung ist meistens nicht die beste Lösung.
Beitragsfrei stellen ist oft die bessere Alternative
In vielen Fällen ist es deutlich klüger, den Vertrag nicht zu kündigen, sondern beitragsfrei zu stellen. Dann bleiben das bisher angesparte Kapital und in der Regel auch die bereits erhaltenen Förderungen im Vertrag erhalten. Gleichzeitig müssen keine weiteren Beiträge mehr gezahlt werden.
Gerade bei älteren Verträgen kann das die deutlich vernünftigere Lösung sein.

Der häufigste Irrtum
Viele Versicherte glauben, sie könnten durch eine Kündigung einfach „ihr Geld zurückholen“. Genau das ist jedoch häufig ein Irrtum. Denn durch Rückforderungen, Kosten und mögliche Verluste fällt die Auszahlung oft wesentlich niedriger aus als gedacht.
Worauf es wirklich ankommt
Entscheidend sind immer die persönlichen Daten des Einzelfalls: Höhe der Einzahlungen, Zulagen, steuerliche Vorteile, Vertragskosten, Restlaufzeit bis zur Rente und die gesamte private Vorsorgestrategie. Deshalb sollte niemand vorschnell kündigen, ohne die Auswirkungen genau prüfen zu lassen.

Resümee
Die Riester-Rente ist für viele Menschen enttäuschend verlaufen. Aber eine Kündigung ist meist die teuerste spontane Entscheidung. Wer unzufrieden ist, sollte zuerst prüfen, ob eine Beitragsfreistellung, eine andere Vertragsstrategie oder eine individuelle Beratung die bessere Lösung ist.
Denn bei der Altersvorsorge sollte nicht aus Frust entschieden werden, sondern mit klarem Blick auf Zahlen, Folgen und Alternativen.
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