Ein Beitrag von

Werner Hoffmann.
Rentenberater (RDG).
Die AfD wirbt mit einer einfachen Botschaft: 70 % Rente.

Klingt nach Sicherheit. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Diese Zahl passt nicht zu den eigenen Forderungen der AfD.
1. Mindestlohn abschaffen = weniger Rente
Niedrigere Löhne bedeuten weniger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung.
70 % von wenig bleiben wenig.

2. Tarifrecht schwächen = sinkende Löhne
Geringere Einkommen, weniger Zusatzleistungen und schwächere Absicherung bedeuten: weniger Einnahmen für die Rente.
3. Weniger Beitragszahler
Weniger oder schlechter bezahlte Erwerbstätige bedeuten weniger Einzahlungen. Das Umlagesystem braucht aber viele Einzahler.

4. Beamte einbeziehen – kein Vorteil
Das bringt kurzfristig mehr Einnahmen, langfristig aber auch mehr Rentenansprüche.
Kein nachhaltiger Effekt.
5. Selbstständige außen vor
Viele zahlen weiterhin nicht ein, die Finanzierungsbasis bleibt lückenhaft.
MEHR NOCH: Kleine Selbstständige tragen das Risiko allein – und landen im Alter oft in der Sozialhilfe.

6. Der größte Denkfehler
Die 70 % sind keine gesetzliche Rente, sondern nur als Gesamtversorgung möglich:
- gesetzliche Rente,
- Betriebsrente,
- private Vorsorge.
Das Problem: Betriebsrenten hängen oft an Tarifverträgen. Private Vorsorge muss selbst bezahlt werden.
Bei sinkenden Löhnen gilt daher: Wer soll das finanzieren?

Die Konsequenz
Weniger Lohn, weniger Beiträge, schwächere Vorsorge – aber höhere Versprechen.
Das passt nicht zusammen.
Resümee
Die 70 %-Rente wirkt attraktiv, ist aber widersprüchlich.
Die Voraussetzungen für hohe Renten werden gleichzeitig geschwächt.
Am Ende bleibt: Ein starkes Versprechen – ohne tragfähige Grundlage.

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