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Werner Hoffmann. Rentenberater (RDG).
Millionen Menschen in Deutschland pflegen Angehörige zu Hause. Ohne ihren Einsatz würde das Pflegesystem längst zusammenbrechen. Doch ausgerechnet diese Menschen könnten nun durch die geplante Pflegereform finanzielle Nachteile erleiden.

Kritik kommt unter anderem vom Bundesverband der Rentenberater. Dort wird bemängelt, dass die Reform auf Kosten derjenigen gehen könnte, die bereits heute einen erheblichen Teil der Pflegearbeit übernehmen.
Rentenansprüche sollen gekürzt werden

Besonders umstritten ist die geplante Änderung bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige. Nach den bisherigen Regelungen konnten auch Pflegepersonen, die bereits eine Altersrente beziehen, unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin zusätzliche Rentenansprüche erwerben.
Nach den aktuellen Reformplänen soll dies künftig deutlich eingeschränkt werden. Rentenbeiträge für Pflegepersonen sollen nur noch bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze gezahlt werden. Wer danach einen Angehörigen pflegt, würde für diese Pflegeleistung keine weiteren Rentenanwartschaften mehr erhalten.
Gleiche Pflege – aber unterschiedliche Anerkennung
Kritiker sehen darin einen Widerspruch. Denn die tatsächliche Pflegeleistung verändert sich nicht durch das Alter der Pflegeperson.
Wer seinen Ehepartner, seine Eltern oder andere Angehörige mit 63 Jahren pflegt, soll weiterhin Rentenpunkte erhalten. Wer dieselbe Pflegearbeit mit 67 Jahren übernimmt, könnte künftig leer ausgehen. Genau dieser Punkt sorgt bei vielen Betroffenen für Unverständnis.

Frauen besonders betroffen
Von den geplanten Änderungen wären vor allem Frauen betroffen. Sie übernehmen nach wie vor den größten Teil der häuslichen Pflege und haben häufig bereits durch Kindererziehung, Teilzeitbeschäftigung oder Familienarbeit geringere eigene Rentenansprüche aufgebaut.
Fallen nun zusätzliche Rentenansprüche aus der Pflege weg, könnte dies langfristig die Gefahr von Altersarmut erhöhen.
Finanzielle Auswirkungen können erheblich sein

Je nach Pflegegrad und Umfang der Pflege können heute erhebliche Rentenanwartschaften entstehen. Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Rentenberater könnten künftig Rentenbeiträge im Gegenwert von mehreren Tausend Euro pro Jahr entfallen. Bei einer mehrjährigen Pflegetätigkeit summieren sich die Verluste auf spürbare Rentenbeträge.
Wer trägt die Last der Pflege?

Rund 80 bis 85 Prozent aller Pflegebedürftigen werden überwiegend im häuslichen Umfeld versorgt. Die Rentenberater warnen davor, die soziale Absicherung pflegender Angehöriger zu schwächen. Die Belastungen werden immer stärker auf Familien verlagert.
Wer Angehörige pflegt, übernimmt eine gesellschaftlich unverzichtbare Aufgabe. Wird dadurch diese Leistung künftig weiterhin ausreichend anerkannt oder zahlen ausgerechnet diejenigen die Rechnung, die das Pflegesystem tagtäglich stützen.

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