Ein Beitrag von

Werner Hoffmann, Rentenberater.
Die geplante Rentenreform könnte auch Millionen heutige Rentner treffen. Zwar sollen bestehende Renten nicht unmittelbar gekürzt werden. Doch bereits geringere jährliche Rentenerhöhungen können langfristig erhebliche finanzielle Nachteile verursachen.

Rentenniveau und Nachhaltigkeitsfaktor
Bis 2031 soll das Rentenniveau von 48 Prozent gesichert bleiben. Danach könnte der Nachhaltigkeitsfaktor die Rentenanpassungen wieder stärker dämpfen.
Das bedeutet: Die Rente steigt möglicherweise weiterhin, aber langsamer als bisher.
Beispiel: 3 oder 2 Prozent Rentenerhöhung?
Ein Rentner erhält zunächst 2.000 Euro monatliche Bruttorente.
Wir vergleichen zwei angenommene jährliche Rentenanpassungen über zehn Jahre:
Variante A: jährlich 3 Prozent
Variante B: jährlich 2 Prozent
Die Erhöhungen werden jeweils für zwölf Monate berücksichtigt.

So entwickelt sich die monatliche Rente
Nach einem Jahr:
- 3 Prozent: 2.060,00 Euro
- 2 Prozent: 2.040,00 Euro
- Unterschied: 20 Euro monatlich
Nach fünf Jahren:
- 3 Prozent: 2.318,55 Euro
- 2 Prozent: 2.208,16 Euro
- Unterschied: 110,39 Euro monatlich
Nach zehn Jahren:
- 3 Prozent: 2.687,83 Euro
- 2 Prozent: 2.438,00 Euro
- Unterschied: 249,83 Euro monatlich!

Über 16.600 Euro weniger Rente!
Noch deutlicher wird der Unterschied bei der gesamten Rentenauszahlung über zehn Jahre.
Gesamte Bruttorente bei 3 Prozent:
284.587,13 Euro
Gesamte Bruttorente bei 2 Prozent:
267.973,07 Euro
Ergebnis: 16.614,06 Euro weniger Bruttorente innerhalb von zehn Jahren!
Dabei handelt es sich nicht um eine direkte Rentenkürzung, sondern um die Summe der entgangenen Rentenerhöhungen gegenüber der günstigeren Variante.

Auch Bestandsrentner betroffen
Die jährlichen Rentenanpassungen gelten grundsätzlich auch für bereits laufende Renten.
Wer heute schon Rente erhält, wäre deshalb von künftig niedrigeren Rentenanpassungen ebenfalls betroffen.
Die tatsächlichen Auswirkungen hängen von der späteren Gesetzgebung und der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Fazit
Ein Prozentpunkt weniger Rentenerhöhung pro Jahr kann enorme Auswirkungen haben!
Bei 2.000 Euro Ausgangsrente entstehen im dargestellten Zehnjahresvergleich bereits über 16.600 Euro Unterschied.
Die Zahlen sind eine Modellrechnung, keine beschlossene Rentenkürzung. Die tatsächlichen Rentenanpassungen können deutlich anders ausfallen.
Deshalb müssen auch Bestandsrentner bei der Rentenreform genau hinschauen.
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Hinweis: Die verwendeten Bilder sind KI-generiert und dienen ausschließlich der Illustration.











